
Nebenkosten Grundstückskauf – was Bauherren einplanen sollten
Zum Traumhaus gehört das passende Grundstück – doch der Kaufpreis ist nur ein Teil der Kosten. Viele Bauherren übersehen die Nebenkosten, die beim Erwerb eines Grundstücks anfallen. Wer sie nicht einplant, riskiert, dass das Budget für den Hausbau schnell zu knapp wird.
In diesem Artikel erfährst du, welche Nebenkosten beim Grundstückskauf auf dich zukommen, wovon sie abhängen und wie du sie grob kalkulieren kannst.
Was beeinflusst die Grundstückskosten?
Es gibt keinen festen Preis für Grundstücke – die Kosten hängen immer von Lage, Größe und Bundesland ab.
- Stadt vs. Land: Grundstücke in Städten oder begehrten Wohnlagen sind meist deutlich teurer. Ländliche Grundstücke sind oft günstiger, können aber zusätzliche Kosten wie ein zweites Auto oder längere Wege mit sich bringen.
- Budgetplanung: Vor dem Kauf solltest du wissen, wie hoch dein Gesamtkostenbudget für das Haus ist. So lässt sich errechnen, wie viel du für das Grundstück ausgeben kannst.
Im Durchschnitt machen Grundstückskosten etwa 15–20 % der Gesamtkosten eines Hauses aus. Bei einem Haus mit 400.000 Euro Gesamtbaukosten läge der Grundstückspreis demnach grob zwischen 60.000 und 80.000 Euro. In der Praxis können die Kosten aber auch höher ausfallen.
Welche Nebenkosten fallen beim Grundstückskauf an?
Neben dem Kaufpreis kommen verschiedene Nebenkosten hinzu. Dazu gehören unter anderem:
- Vermessungskosten
- Bodengutachten
- Notar- und Grundbuchkosten
- Maklerprovision
- Grunderwerbsteuer
- Abbruchkosten
- Erschließungskosten (Strom, Gas, Wasser, Abwasser)
- Kosten für Straßen und Wege
- Wertermittlung
Diese Kosten können stark variieren und hängen von Grundstück, Lage und Bundesland ab.
Wovon hängen die Nebenkosten ab?
Die Höhe der Nebenkosten ist abhängig von:
- Größe des Grundstücks
- Lage und Bundesland
- Beschaffenheit des Grundstücks
- Erschließungsstatus
Bereits ein Quadratmeter kann in Hamburg beispielsweise über 1.100 Euro kosten, in Berlin bei einem 500 m² großen Grundstück etwa 900 Euro/m².
💡 Tipp: Prüfe vor dem Kauf, ob dein Traumhaus auf das Grundstück passt – Größe, Schnitt und Bebauungsplan müssen stimmen.
Erschließungskosten – Anschluss ans Versorgungsnetz
Ein unerschlossenes Grundstück muss an Strom, Gas, Wasser und Abwasser angeschlossen werden. Die Kosten variieren stark:
- Wasser/Abwasser: ca. 2.000–5.000 Euro (maximal bis 7.000 Euro)
- Strom: ca. 2.000–3.000 Euro
- Gas: ca. unter 2.000 Euro
- Telefon/Internet: ca. 300 Euro
💡 Tipp: Ein bereits erschlossenes Grundstück ist teurer, spart aber den Aufwand für Anschlüsse.
Gebühren und Steuern
Beim Grundstückskauf fallen immer Notar- und Grundbuchkosten sowie die Grunderwerbsteuer an.
- Notar und Grundbuch: ca. 1,5–2 % des Kaufpreises
- Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % je nach Bundesland
- Maklerprovision: bis zu 7 % des Kaufpreises, wenn ein Makler beteiligt ist
Altlasten – unsichtbare Kosten
Altlasten können zusätzliche Kosten verursachen. Beispiele:
- Ehemalige Tankstellen auf dem Grundstück
- Abriss alter Gebäude oder Bäume
- Belastetes Erdreich
💡 Tipp: Lass ein Bodengutachten erstellen. Kosten: ca. 0,3–0,5 % des Kaufpreises.
Abbruch- oder Baumfällarbeiten können je nach Aufwand mehrere tausend Euro kosten, teilweise bis 20.000 Euro.
Beispielrechnung für ein Grundstück zu Nebenkosten beim Grundstückskauf
| Position | Kosten |
|---|---|
| Grundstückskaufpreis | 60.000 € |
| Bodengutachten (0,3 %) | 1.800 € |
| Grunderwerbsteuer (6,5 %) | 3.900 € |
| Grundbuch- und Notarkosten (2 %) | 1.200 € |
| Erschließung Wasser/Abwasser | 2.500 € |
| Erschließung Gas | 2.000 € |
| Erschließung Strom | 2.500 € |
| Erschließung Telefon/Internet | 300 € |
| Gesamtkosten | 74.200 € |
In diesem Beispiel musst du also rund 14.200 Euro zusätzlich zum Kaufpreis einplanen. Die Nebenkosten können je nach Grundstück stark variieren.
Fazit: Nebenkosten Grundstückskauf
Beim Grundstückskauf solltest du immer den Kaufpreis plus Nebenkosten einplanen. Dazu gehören:
- Notar- und Grundbuchkosten
- Grunderwerbsteuer
- Maklerprovision
- Erschließungskosten
- Altlasten und Bodengutachten
Wer das frühzeitig kalkuliert, kann Überraschungen vermeiden und das Budget für Hausbau und Grundstück realistisch planen.
Auf der Website der Notarkammer erfährst du alles Wichtige zu Notar- und Grundbuchkosten beim Grundstückskauf. So weißt du genau, welche Gebühren auf dich zukommen und kannst dein Budget realistisch planen.