
Wärmepumpen effizient betreiben: Profi-Tipps für Hausbesitzer
Wärmepumpen gewinnen beim Hausbau und bei der Sanierung zunehmend an Bedeutung – sowohl für Heizung als auch für Warmwasserbereitung. Die Technik ist ausgereift, dennoch bestehen gerade bei Montage und Betrieb einige Risiken. Wer Fehler vermeidet, sorgt für einen störungsfreien und effizienten Betrieb seiner Wärmepumpe. In diesem Blogartikel erfahren Sie die wichtigsten Tipps, inklusive aller relevanten technischen Werte und Praxisempfehlungen um Wärmepumpen effizient zu betreiben
1. Abstände in Reihenhauszeilen einhalten
Wer eine Luft-Wärmepumpe in einem bestehenden Reihenmittelhaus installiert, muss die vorgeschriebenen Abstände zu Nachbargrundstücken beachten. Laut Musterbauordnung (MBO) beträgt der Mindestabstand 3 Meter. Wird dieser unterschritten, können Nachbarn den Rückbau der Wärmepumpe verlangen.
Tipp: Ist der Abstand zu gering, empfiehlt sich der Einsatz einer Split-Wärmepumpe, bei der nur der Ventilator außen steht, während die Hydraulikstation im Keller installiert wird.
2. Sperrzeiten des Energieversorgers berücksichtigen
Einige Energieversorgungsunternehmen legen Sperrzeiten fest, in denen die Wärmepumpe keinen günstigen Wärmepumpenstrom erhält. Fällt die Heizleistung in dieser Zeit zu niedrig aus, sinken die Raumtemperaturen unter den Sollwert.
Lösung: Ein Pufferspeicher oder ein elektrischer Heizstab sichert die Wärmeversorgung auch während der Sperrzeit.
3. Lärmschutz beachten
Wärmepumpen dürfen die zulässigen Lärmwerte laut Technischer Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm)nicht überschreiten:
- Tagsüber: max. 50 dB(A)
- Nachts: max. 35 dB(A)
Bereits beim Kauf sollte auf einen geringen Schall-Leistungspegel geachtet werden (im technischen Datenblatt angegeben). Der Aufstellort sollte nicht direkt an Schlafzimmern oder Kinderzimmern liegen.
4. Körperschall vermeiden
Störende Vibrationen und Begleitgeräusche entstehen, wenn Wärmepumpen direkt auf tragenden Untergründen stehen. Abhilfe schaffen Schwingungsdämpfer, die an der Außeneinheit oder bei Split-Wärmepumpen zwischen Wandmontage und Wärmetauscher installiert werden.
5. Effizienter Betrieb in unsanierten Häusern
Wärmepumpen arbeiten am besten bei geringen Vorlauftemperaturen. Auch in unsanierten Bestandsgebäuden lassen sich Effizienzgewinne erzielen, zum Beispiel durch:
- Austausch alter Heizkörper
- Zielgerichtete Dämmmaßnahmen einzelner Bereiche
Tipp: Vollständig sanierte Gebäude bieten bessere Voraussetzungen, aber auch kleine Anpassungen bringen messbare Einsparungen.
6. Genehmigungen und Grundwasser beachten
Für Grundwasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind folgende Punkte entscheidend:
- Grundwasser sollte eisen- und manganarm sein
- Bohrungen tiefer als 20 m erfordern eine behördliche Genehmigung
- Zuständig ist die Untere Wasserbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt
Eine Grundwasseranalyse ist vorab unbedingt zu empfehlen, um Schäden durch Ablagerungen zu vermeiden.
7. Erdwärmepumpen-Kollektoren korrekt verlegen
Flächenkollektoren sollten 1,2–1,5 m unterhalb der Frostgrenze liegen. Der Rohrabstand richtet sich nach dem Rohrdurchmesser. Zu dicht verlegte Rohre entziehen dem Boden zu viel Wärme, was zu Vereisungen führen kann und das Pflanzenwachstum hemmt. Über dem Kollektorfeld dürfen keine Versiegelungen oder Überbauten erfolgen. Tiefwurzelnde Pflanzen sind ebenfalls zu vermeiden.
8. Heizkörper passend auswählen
Die Art der Heizkörper beeinflusst die Effizienz stark:
- Moderne Plattenheizkörper arbeiten effizienter als Gliederheizkörper
- Flächenheizungen (Fußboden, Wand, Decke) sind ideal, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen
- Spezielle Wärmepumpenheizkörper bieten eine Alternative in Bestandsgebäuden
Tipp: Niedrigere Vorlauftemperaturen sparen Energie und erhöhen die Leistung der Wärmepumpe.
9. Luftvolumenstrom im Innenbereich
Für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Innenbereich ist der Luftvolumenstrom entscheidend. Zu geringe Querschnitte der Luftkanäle führen zu Funktionsstörungen und reduzieren die Heizleistung erheblich.
10. Warmwasserbereitung ergänzen
Zur sicheren Warmwasserbereitung können Wärmepumpen durch zusätzliche Systeme unterstützt werden:
- Spitzenlastkessel: deckt Lastspitzen ab
- Solarthermie: thermische Solaranlage auf dem Dach
- Elektrischer Heizstab + Photovoltaik: Eigenstrom erzeugen
Gesundheitlicher Vorteil: Legionellen vermehren sich bevorzugt bei 25–45 °C, höhere Temperaturen verhindern deren Wachstum.
Fazit: Wärmepumpen effizient betreiben
Wärmepumpen sind energieeffizient und zukunftssicher, wenn Installation, Betrieb und Wartung korrekt durchgeführt werden. Hausbesitzer vermeiden Mängel, Funktionsstörungen und unnötige Kosten, wenn sie:
- Abstände und Genehmigungen beachten
- Lärm- und Schallschutz sicherstellen
- Effiziente Heizkörper wählen
- Zusatzsysteme zur Warmwasserbereitung einsetzen
Buchtipp für alle, die Wärmepumpen effizient betreiben wollen:
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