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Schutz vor Insolvenz beim Hausbau

Schutz vor Insolvenz beim Hausbau

Das Horrorszenario für Bauherren: Insolvenz der Baufirma

Ein Albtraum für jeden Bauherren: Mitten in der Bauphase meldet das Bauunternehmen Insolvenz an. Wie geht es jetzt weiter? Droht der Baustopp oder zusätzliche Kosten? Tatsächlich kann die Insolvenz einer Baufirma schwerwiegende Folgen haben – sowohl bei laufenden Bauvorhaben als auch bei bereits abgeschlossenen Projekten. In diesem Artikel findest du Tipps um dich vor einer Insolvenz beim Hausbau zu Schützen.

Besonders kritisch: Mit der Insolvenz gehen auch Gewährleistungsansprüche verloren. Der Gesetzgeber bietet hier nur begrenzten Schutz, weshalb du schon im Vorfeld größtmögliche Sicherheiten schaffen solltest. Dazu gehören die Auswahl des Baupartners, die Vertragsgestaltung und die Vereinbarung zusätzlicher Sicherheiten.

Insolvenzrisiko beim Hausbau: Die Fakten

  • Jedes vierte private Bauvorhaben ist von einer Insolvenz betroffen.
  • Zusätzliche Kosten können bis zu 20 % der Bausumme betragen.
  • 78 % der Baumängel werden erst nach der Bauabnahme entdeckt.
  • Durchschnittlicher Schaden bei Insolvenz: ca. 83.000 Euro (Zeitraum 2015-2017) Quelle: Institut für Bauforschung e. V. (IFB)

Schutz vor Insolvenz beim Hausbau: So gehst du vor

Risiko minimieren: Worauf du achten solltest

  1. Bonität des Baupartners prüfen: Wirtschaftsauskunft (z.B. Creditreform) einholen.
  2. Zahlungsplan sorgfältig gestalten: Keine Vorleistungen erbringen.
  3. Bürgschaften und Versicherungen nutzen: Fertigstellungs- und Vertragserfüllungsbürgschaften bieten Schutz.
  4. Baufortschritt überwachen: Baustellen regelmäßig kontrollieren und Auffälligkeiten dokumentieren.

Vorsicht bei der Vertragsgestaltung

Auch wenn die Bonitätsprüfung positiv ausfällt, können wirtschaftliche Probleme später auftreten. Achte daher auf eine sichere Vertragsgestaltung:

  • Keine Vorleistungen: Zahle immer erst nach erbrachter Leistung.
  • Ratenzahlungen gemäß Baufortschritt: Bis zur Rohbaufertigstellung sollten maximal 50 % der Bausumme fällig sein.
  • Sicherheitseinbehalt von 5 %: Gesetzlich vorgeschrieben, schützt vor unvorhergesehenen Kosten.
  • Bürgschaften einfordern: Eine Baufertigstellungsbürgschaft deckt Mehrkosten bei Baustopp.

Während der Bauphase aufmerksam bleiben

Regelmäßige Baustellenbesuche sind unerlässlich, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Achte auf folgende Warnsignale:

  • Unordentliche Baustelle oder Baustopp bei gutem Wetter
  • Abruf von Raten ohne Baufortschritt
  • Plötzliche Wechsel von Handwerksfirmen
  • Ausbleibende Materiallieferungen

Sollten Probleme auftreten, suche umgehend das Gespräch mit der Bauleitung und ziehe bei Bedarf einen Fachanwalt für Baurecht hinzu. Eine gute Auswahl findest du hier.

Absicherung gegen Insolvenz: Die besten Optionen

Baufertigstellungsbürgschaft

Diese Bürgschaft deckt die Kosten der Fertigstellung bei einer Insolvenz des Bauunternehmens. Meist übernimmt ein Kreditinstitut die Haftung. Achte darauf, dass die Bürgschaft unwiderruflich und selbstschuldnerisch ist.

Gewährleistungsbürgschaft

Nach der Abnahme können Mängel auftreten, die erst später sichtbar werden. Die Gewährleistungsbürgschaft sichert deine Ansprüche in den folgenden fünf Jahren. Lass dir die originale Bürgschaftsurkunde aushändigen.
Die Gewährleistungsbürgschaft ist eine finanzielle Absicherung, die Bauherren vor den Kosten der Mängelbeseitigung schützt, wenn nach der Bauabnahme Baumängel auftreten. Sie wird vom Bauunternehmen in Form einer Bürgschaftsurkunde gestellt und garantiert, dass eventuelle Mängel während der gesetzlichen Gewährleistungsfrist (meist fünf Jahre) behoben werden – selbst dann, wenn die Baufirma zwischenzeitlich insolvent geht.

Du erhältst die Gewährleistungsbürgschaft in der Regel von Kreditinstituten oder Versicherungen, die im Auftrag des Bauunternehmens eine Bürgschaftsurkunde ausstellen. Achte darauf, dass die Bürgschaft unwiderruflich und selbstschuldnerisch ist, um im Ernstfall direkten Anspruch auf die Beseitigung der Baumängel zu haben.

Fazit: Schutz vor Insolvenz beim Hausbau

Eine Baufirma-Insolvenz kann verheerende finanzielle Folgen haben. Verlass dich nicht auf staatliche Regelungen, sondern triff eigenständig Vorsorgemaßnahmen. Eine umfassende Prüfung des Baupartners, eine sichere Vertragsgestaltung und zusätzliche Versicherungen sind die beste Absicherung gegen finanzielle Risiken. Lass dich von Experten beraten, um rechtlich und finanziell auf der sicheren Seite zu sein.

Eine gute Prävention gegen Baumängel ist die Baubegleitung durch einen Gutachter. Mehr dazu findest du in diesem Artikel oder direkt bei uns im Baugutachterbüro Heuer.

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