
Holraumdämmung: Alles, was du wissen musst
Die Hohlraumdämmung zählt zu den effektivsten und schnellsten Möglichkeiten, ein Haus energetisch zu verbessern. Besonders bei älteren Gebäuden mit zweischaligem Mauerwerk kann die Dämmung enorme Heizkosten sparen und gleichzeitig den Wohnkomfort steigern. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Hohlraumdämmung funktioniert, welche Dämmstoffe eingesetzt werden, was sie kostet – und worauf du unbedingt achten solltest.
Was ist eine Hohlraumdämmung?
Bei der Hohlraumdämmung wird der vorhandene Zwischenraum im Mauerwerk – der sogenannte Hohlraum – nachträglich mit Dämmmaterial gefüllt.
Typisch ist diese Bauweise bei Häusern, die zwischen 1930 und 1990 gebaut wurden. Der Hohlraum ist oft 4–10 cm breit und kann ideal genutzt werden, um die Energieeffizienz zu verbessern.
Wie funktioniert die Hohlraumdämmung?
Die Umsetzung ist vergleichsweise einfach und schnell:
- Analyse des Mauerwerks
Fachleute prüfen, ob der Hohlraum durchgängig und sauber ist. - Bohren kleiner Löcher ins Mauerwerk
Diese liegen meist im Fugenbereich und sind später kaum sichtbar. - Einblasen des Dämmstoffs
Der Dämmstoff wird gleichmäßig in den Hohlraum eingeblasen. - Verschließen der Bohrlöcher
Anschließend werden die Löcher farblich angepasst verschlossen.
Eine typische Dämmung dauert oft nur wenige Stunden.
Welche Dämmstoffe werden verwendet?
Die gängigen Materialien sind:
- Mineralwolle (nicht brennbar, sehr gute Dämmwerte)
- EPS-Perlen (kostengünstig, gut rieselfähig)
- Zellulose (nachhaltig, feuchteregulierend)
- Perlite (mineralisch, ideal bei unregelmäßigen Hohlräumen)
Welche Variante am besten passt, hängt vom Mauerwerk und dem Feuchtigkeitsverhalten ab.
Was kostet eine Hohlraumdämmung?
Die Kosten liegen je nach Material und Wandaufbau in der Regel bei:
👉 15–30 € pro m²
Für ein Einfamilienhaus sind das häufig 1.200–2.500 €.
Die Einsparungen durch die Dämmung liegen bei bis zu 20 % Heizkosten pro Jahr, sodass sich die Maßnahme oft schon nach wenigen Jahren amortisiert.
Vorteile der Hohlraumdämmung
- ✔ Schnell umsetzbar
- ✔ Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- ✔ Keine Eingriffe in den Innenraum
- ✔ Kaum Verschmutzung oder Baustellenaufwand
- ✔ Verbesserter sommerlicher Hitzeschutz
- ✔ Reduzierte CO₂-Emissionen
Mögliche Probleme – worauf du achten solltest
- Der Hohlraum muss sauber und durchgängig sein.
- Vorhandene Feuchteprobleme dürfen nicht ignoriert werden.
- Eine falsche Materialwahl kann zu Feuchte- oder Schimmelproblemen führen.
- Die Außenwand muss intakt und ausreichend diffusionsoffen sein.
Ein professionelles Begutachtung ist daher immer sinnvoll – besonders bei Altbauten.
Tipp:
Mit einer Thermografie-Kamera kannst du in den kalten Monaten ganz einfach kontrollieren, ob die Hohlraumdämmung vollständig und korrekt ausgeführt wurde. Wärmebrücken, Fehlstellen oder nicht gefüllte Bereiche lassen sich damit sehr gut erkennen.
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FAQ
1. Was bringt eine Hohlraumdämmung wirklich?
Sie reduziert den Energieverlust über die Außenwände deutlich und spart bis zu 20 % Heizkosten pro Jahr.
2. Kann jedes Haus hohlraumgedämmt werden?
Nein. Voraussetzung ist ein zweischaliges Mauerwerk mit ausreichendem Hohlraum.
3. Ist eine Hohlraumdämmung von innen möglich?
Ja, aber unüblich. Meist wird von außen gedämmt, weil es sauberer und schonender ist.
4. Welche Dämmstoffe sind am besten geeignet?
Das hängt vom Gebäude ab. Mineralwolle und Perlite sind besonders beliebt, weil sie feuchteunempfindlich und nicht brennbar sind.
Wichtig zu wissen: Nach einer Hohlraumdämmung sollte besonders auf korrektes Lüften geachtet werden. Warum das so ist und wie du richtig lüftest, erfährst du weiter unten im Artikel.